Eine hitzige Diskussion ohne Gewinner

IMG_6046Die diesjährige Podiumsdiskussion an der Wilma-Rudolph-Oberschule anlässlich der Berliner Wahl fand am 15. September 2011 in der Mensa statt. Teilnehmende Parteienvertreter waren: Maren Schellenberg (Grüne), Dr. Ina Cyzbora (SPD), Matti Nedoma (Linke), Michael Braun (CDU) und Mathia Specht-Habbel (FDP).


Dass die Piratenpartei nicht an der Diskussion teilnehmen durfte, begründete unser Schulleiter Hr. Dr. Bauer damit, dass nur im Berliner Abgeordnetenhaus vertretene Parteien an der Diskussion eingeladen wurden, da ansonsten auch (zu viele) andere Parteien an der Diskussion hätten teilnehmen wollen.

Thematisch ging es um die Bereiche Bildung, Asylrecht, Stadtentwicklung und Arbeitslosigkeit. Zu diesen Themen hatten die beiden Leitungskurse Politikwissenschaft des 12. und 13. Jahrgangs Fragen erarbeitet. Dass sich die Parteien in vielen Punkten nicht immer einig waren, wurde an unterschiedlichen und oft auch unvereinbaren Antworten deutlich. Dass es aber auch oft gemeinsame Schnittpunkte gab, konnte jeder Teilnehmer hören. So hörte man zum Beispiel von der CDU, dass die Einheitsschule in Berlin der Vielfalt der unterschiedlichen Menschen entgegenwirke. Obwohl die Vielfalt und ihre Förderung eigentlich Themen der Grünen sind, heißt das noch lange nicht, dass die Grünen und die CDU problemlos miteinander regieren können bzw. wollen. Grundsätzlich gibt es in allen Parteien die Tendenz, in einer multikulturellen Stadt wie Berlin sie ist, Menschen jeder Herkunft anzusprechen. Die anwesende SPD-Vertreterin war deshalb auch sehr darum bemüht, sich von den ausländerfeindlichen Äußerungen Thilo Sarrazins zu distanzieren. Michael Braun (CDU) monierte an dieser Stelle, dass es in der SPD wohl ein großes Potential an Uneinigkeit sowie an Feigheit gebe, da Sarrazin seine politische Richtung vom ersten Tag an offenbart habe und erst jetzt die Parteimitglieder der SPD gegen ihn stimmten.

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Viele Freunde unter den Zuhörern machte sich die Linke mit ihren Aussagen zum Tacheles. Dort beklagt man nicht nur den Mangel einer kulturellen Lobby, sondern möchte sich gleich für die Einführung eines Jugendparlamentes einsetzen, indem junge und kreative Menschen ihren Sehnsüchten und Wünschen Ausdruck verleihen können.

Die FDP hingegen sorgte mit ihren Äußerungen zu möglichen Studiengebühren in Höhe von 500 € pro Semester für ein Raunen im Saal. Offensichtlich konnten sich nicht viele Oberstufenschüler mit dieser Idee anfreunden.

Insgesamt war die zweistündige Diskussion eher von Anspannung und Kontroversen geprägt, wurde aber durch viele Patzer von allen Seiten immer wieder aufgelockert. Alles in allem hat die Diskussion bestimmt vielen Schülern und Lehrern bei ihrer Wahlentscheidung geholfen. Man mag es Ironie oder Schicksal nennen, dass die Piraten, die vor der Diskussion noch außerhalb des Schulgeländes für eine kurzfristige Teilnahme an der Diskussion geworben hatten, letztlich als großer Gewinner der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2011 hervorgegangen sind.

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von Anna Geiger (Text) und Sarah Merla (Fotos)

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